Besser mit Vitaminen als ohne?
„Seit wann gibst du deinen Kindern denn Lollies?“, fragt eine Mutter die andere im nimm2-Werbespot. Die antwortet: „Na, seit es die von nimm2 gibt“. Oho. Was sollen wir aus diesem Dialog lernen? Nimm2-Produkte sind die irgendwie besseren Süßigkeiten. Stimmt nur leider nicht. Die Vitamine sind nicht „wertvoll“, sondern eine überflüssige Anreicherung. Ein reiner Marketingtrick, mit dem Storck schon seit fast 50 Jahren Verbraucher in die Irre führt – „wertvoll“ für Storck, aber nicht für Verbraucher. Die nimm2 Bonbons, Lollies und „Lachgummis“ sind nicht besser oder wertvoller als andere Süßigkeiten auch.
Hauptsache Vitamine?
Vitamine sind gut. Bonbons mit Vitaminen auch. Schließlich reichen „zwei nimm2 täglich“ zur „wirksamen Ergänzung des Vitaminhaushaltes“. Das will Storck Verbrauchern jedenfalls weis machen. Ist aber Quatsch. In Deutschland sind Kinder mit den meisten Vitaminen in der Regel gut versorgt. Und da, wo die empfohlenen Mengen nicht erreicht werden, sind angereicherte Süßigkeiten kein Ersatz für mehr Obst und Gemüse. Im Gegenteil, sie verleiten dazu, häufiger zuzugreifen. Da aber auch jede Menge Zucker in ihnen steckt steigt damit das Risiko für Karies und Übergewicht.
Na, schaden kann’s ja nicht, oder?
Storck möchte wohl, dass Eltern denken: Wenn schon naschen, dann nimm2, schaden kann’s ja nicht. Genauso wenig wie angereicherte Süßgetränke oder Frühstücksflocken. Kann es nicht? Doch, denn zu viele angereicherte Produkte auf dem Speiseplan können auch zu einem schädlichen Zuviel an Vitaminen führen. Kindern wird außerdem vermittelt, dass Süßigkeiten genauso wichtig und gesund sind wie Obst und Gemüse. Doch gerade für Kinder ist eine klare Trennung zwischen Süßigkeiten und anderen Lebensmitteln außerordentlich wichtig. Zuckerwerk darf Kindern nicht suggerieren, es sei „wertvoll“ und damit gesund und unabdingbar.
„Wertvolle Vitamine“, „mit Fruchtsaft“, „Traubenzucker“ – die Lebensmittelindustrie weiß, wie sie ihre Süßigkeiten, Süßgetränke oder zuckrigen Frühstücksflocken vermarkten muss, damit sie nicht auf den ersten Blick wie Süßigkeiten aussehen, sondern irgendwie gesund.
Die Botschaft lautet: Wenn’s soviel Gutes enthält, kann man ruhig mehr davon essen.
Dabei essen deutsche Kinder laut der EsKiMo Ernährungsstudie der Bundesregierung jetzt schon zu viele Süßigkeiten und zu wenig Obst und Gemüse. Angereicherte Bonbons, Süßigkeiten mit „Fruchtsaft“ oder zuckrige Frühstücksflocken mit Vitamincocktail sind dafür jedoch kein Ersatz. Sie sind auch nicht besser als vergleichbare Konkurrenzprodukte ohne Vitamine oder Fruchtsaftanteile. Im Gegenteil vermitteln sie Kindern ein falsches Signal – nämlich dass Süßigkeiten so „wertvoll“ und gesund wie Obst und Gemüse sein können.
Ach du dicker Saft
„Mit Fruchtsaft und Traubenzucker“ steht groß vorn auf der Verpackung von nimm2. Und auch sonst wirbt Storck gern mit dem „leckeren Fruchtsaft“, der in den „fruchtigen“ nimm2-Produkten steckt. Das klingt so natürlich und gesund. Tatsächlich handelt es sich aber nur um ein klitzekleines Bisschen – genauer gesagt 1,3% – Fruchtsaftkonzentrat. Hauptbestandteil von nimm2: 71,6% hochgradig verarbeiteter Zucker. Der angepriesene „Traubenzucker“ ist übrigens nicht mehr als der nächste Marketingtrick. Der hat gegenüber den anderen Zuckerarten im Bonbon nämlich überhaupt keinen Vorteil.
Zucker ist Zucker.
Ganz am Anfang hieß es noch „ein gesundes Bonbon“, ein nimm2-Werbespot von 1965 dichtete gar, nimm2 sei „so gesund wie Sonnenschein, Obst und frisches Gemüse“. In den 1980er Jahren bewarb Storck seine Bonbons dann mit dem Werbespruch „Gesunde Vitamine naschen“, heute heißt es nur noch „Vitamine und Naschen“.
Die ganz dreiste Sonnenschein-Gesundheitswerbung ist inzwischen subtileren Strategien gewichen, schließlich muss man direkte Gesundheitsversprechen inzwischen belegen.
Aber die Storck-Strategen sind ja mit allen Wasser gewaschen und machen es ganz geschickt: Die nimm2 „Lachgummis“ zum Beispiel werden mit dem Slogan „Lachen ist gesund“ vermarktet. Das ist keine gesundheitsbezogene Aussage, auf die man Storck festnageln könnte. Vor Klagen muss sich das Unternehmen also nicht fürchten.
Trotzdem kann Storck sein Produkt nimm2 so bequem in Zusammenhang mit dem Wort „gesund“ nennen. Eine ausgeklügelte Marketingstrategie, die Verbraucher offenbar in die Irre führen soll.
Außerdem betonen die Verpackungsdesigner und Werbetexter gern den „Fruchtsaft“, der in den Bonbons steckt. Kein Wunder, das klingt schließlich nach Natürlichkeit und nach natürlichen Vitaminen. Tatsächlich enthalten die Bonbons aber gerade mal klägliche 1,3% Fruchtsaftkonzentrat. Das kommt laut nimm2 etwa 5% Saft gleich. Pro 300-Gramm-Verpackung nimm2 wären das 15 Milliliter Saft. Eine winzige Menge – vor allem im Vergleich zum insgesamt enthaltenen Zucker, der mit rund 215 Gramm, das sind 72 Stück Würfelzucker, pro Tüte zu Buche schlägt.
Storck entlarvt sich selbst
Storcks Antworten auf eine foodwatch-Anfrage:
Warum sind die Vitamine in nimm2 wertvoll?
Die Klassifizierung als wertvoll beziehen wir auf die generelle Bedeutung von Vitaminen.
Welches ernährungsphysiologische Konzept steht hinter der Vitaminanreicherung?
Die Anreicherung mit Vitaminen beruht […] nicht auf einem wie auch immer gearteten ernährungsphysiologischen Konzept.
Welche Vorteile kann ein Verbraucher durch den Traubenzucker erwarten?
Wir loben keinen spezifischen Vorteil des Traubenzuckers aus, sondern weisen auf den Traubenzucker als Bestandteil lediglich hin.
Sagen Sie Storck die Meinung!
Storck gibt sich alle Mühe Eltern und Kindern einzureden: Wenn schon naschen, dann wenigstens nimm2. Denn immerhin enthalten die Bonbons angeblich „wertvolle“ Vitamine, die den täglichen Vitaminhaushalt „wirksam“ ergänzen. Klingt toll, ist aber nicht mehr als ein gewiefter Marketingtrick. In Wahrheit sind nimm2 nicht besser oder gesünder als andere Süßigkeiten. Der künstliche Vitamincocktail in den Bonbons ist nicht nur sinnlos, sondern höchst kritisch. Denn Kinder bekommen vermittelt, dass Süßigkeiten so „wertvoll“ und reich an wichtigen Nährstoffen sein können wie Obst und Gemüse. Seit fast 50 Jahren führt Storck Verbraucher mit diesen Tricks in die Irre – Zeit für eine Rote Karte.
Fordern Sie Storck auf, Eltern und Kinder in Zukunft nicht länger mit perfiden Marketingstricks zu täuschen!
Hersteller: August Storck KG
Produkt: nimm2
Verbraucherservice:
Telefon: 030 41773-03
Fax: 030 41773-7371
E-Mail: nimm2@de.storck.com
Hier eine Beispiel-email:
Sehr geehrte Damen und Herren
Sie bewerben Ihr Produkt nimm2 als „wertvoll“ und als „wirksame Ergänzung des Vitaminhaushaltes“. Sie suggerieren Eltern und Kindern damit, dass nimm2 besser und gesünder ist als andere Süßigkeiten. Und das schon seit fast 50 Jahren. Tatsächlich ist der künstliche Vitamincocktail in Ihren nimm2-Produkten aber nicht nur überflüssig, sondern höchst problematisch.
Mit Ihren konkreten wie unterschwelligen Gesundheitsbotschaften, die Sie auch direkt an Kinder richten, vermitteln Sie, dass auch Süßigkeiten „wertvolle“, „wirksame“ oder notwendige Lebensmittel sind. Das ist ein absolut falsches Signal. Die klare Abgrenzung von Süßigkeiten zu anderen Lebensmitteln ist für eine ausgewogene Kinderernährung außerordentlich wichtig.
Für diese perfiden Marketingtricks bekommen Sie von mir die Rote Karte. Hören Sie auf, nimm2 als „wertvollen“ Vitaminlieferanten zu bewerben und zu suggerieren, nimm2 sei die bessere und gesündere Alternative im Vergleich zu anderen Süßwaren. Bewerben Sie Ihre Produkte als das, was sie sind:
Ganz normale Süßigkeiten.

























Noricus, man sollte eine Blacklist all dieser Produkte erstellen um vielleicht dann Politik u. Hersteller unter Druck setzen zu können und Verbraucher zu größerer Aufmerksamkeit beim Kauf zu bewegen
Es handelt sich auch hier um einen Werdegang der NWO unter der Lebensmittelkontrolle von/mit/über Monsanto und Syngenta – siehe Codex Alimentarius:
http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2010/06/25/codex-alimentarius/
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Also ich muß schon sagen, ich wäre froh, wenn auch andere Werbetreibende oder politische Parteien und Medien so ehrlich wie Storck wären.
Erinnert irgendwie an Reisebeschreibungen, z.B. Hotel an lebhaften Strand etc.
Natürlich sind die Vitaminanreicherungen wertvoll (Werbeaussage) für Storck.
Wer lesen und schreiben kann, ist schon mal im Vorteil – und wer dann noch das Gehirn einschaltet und ein bißchen spielen läßt, kann gewinnen.